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"...weil Ihnen Ihr Leben lieb ist!"

Bundesweit kämpften Feuerwehren und Fachverbände jahrzehntelang für die Verbreitung von Rauchmeldern in Privatwohnungen, und konnten dabei lediglich an den gesunden Menschenverstand der Bewohner appellieren. Nun, da auch der Gesetzgeber nachgezogen hat und in vielen Bundesländern Rauchwarnmelder zur Pflicht werden entschied sich die Freiwilligen Feuerwehr Rüsselsheim-Stadt das Thema nochmals für ein Brandaktuelles Frühstück aufzugreifen, denn auch in Hessen endet zum 31. Dezember diesen Jahres die Übergangsfrist für Bestandsbauten.

 

Da diese Materie somit im wahrsten Sinne des Wortes „brennt“, konnten sich die Verantwortlichen am Sonntag, dem 27. April über regen Zuspruch in der Feuerwache am Rugbyring freuen. Vierzig Anmeldungen zwangen sogar wenige Tage vor dem Termin dazu, einen Anmeldestopp auszusprechen, denn die räumlichen Möglichkeiten des Lehrsaals der Feuerwache sind endlich.

 

Nach einem reichhaltigen Frühstück vom Buffet, welches wie immer von der Logistikeinheit um Günter Stippler gezaubert wurde, begrüßte Wehrführer Günther Hansel pünktlich um 10:30 Uhr unsere Gäste und gab nochmals einen kurzen Abriss darüber, wie die stetige Verbreitung von Rauchmeldern in Privatwohnungen immer mehr die Arbeit der Feuerwehr (meist positiv) beeinflusst. Auch Referent Jan Nees freute sich über die hohe Anzahl an Gästen, was zu einer gewissen Gemütlichkeit im Vortragsraum führte. Einleitend unterstrich er nochmals die Sinnhaftigkeit dieser Anschaffung gegenübergestellt der derzeitigen und zukünftigen Pflicht zur Installation von Heimrauchmeldern, „…denn Sie kaufen die Dinger ja vor allem, weil Ihnen Ihr Leben lieb ist!“

 

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Gleich im ersten Teil „Rechtslage“ kam es zu vielen Fragen und einer regen Diskussion in der Runde, denn die gesetzliche Vorgabe des Landes Hessen ist im Punkto Sicherstellung der Betriebsbereitschaft durch den Mieter wohl eher ungünstig gelöst. „Soll eine ältere Dame wie ich tatsächlich ein mal im Jahr auf die Leiter krackseln um die Batterie zu tauschen?“, merkte eine Teilnehmerin an. Empfehlenswert ist daher eher die zweite Option im Gesetzestext, nämlich das der Eigentümer (Vermieter) die Überprüfung in die Hand nimmt und somit im Falle eines Falles gegenüber dem Mieter Rechtssicherheit und Klarheit herrscht. Die Kosten für eine professionelle Wartung durch eine Fachfirma lassen sich nämlich auf die Miet-Nebenkosten umlegen.Nächste Tagesordnungspunkte waren die Funktionsprinzipien von verschiedenen Meldern für Brandrauch und andere Gase, die Stromversorgung sowie die Vernetzbarkeit. Nees ließ hier jedoch dem einzig wahren Experten den Vortritt, nämlich der Maus. Besser als der WDR-Nager hätte man das Zusammenspiel innerhalb eines optischen Rauchmelders, welcher das Nonplusultra für Privatanwendungen darstellt, nicht erklären können! Nach seinen anschließenden Einkauf- und Qualitätstipps war dann jedem Anwesenden klar, in welches Regal des Baumarktes gegriffen werden muss.

 

Blieb noch die Frage zu klären, wie viele Rauchmelder und wohin in der Wohnung genau. „Sie müssen schon ein durchdachtes Konzept haben, sonst investieren Sie ein Haufen Geld, und kriegen zum Schluss lediglich per Alarmton mitgeteilt, dass Sie längst in der Mausefalle sitzen!“, erläuterte der Feuerwehrmann. Im Prinzip reduziert es sich jedoch auf die Aussage, dass von jedem Punkt in der Wohnung an dem geschlafen wird, über den Flur bis zum nächstgelegenen Ausgang der Weg komplett per Melder abzusichern ist, was durch Anwendungsbeispiele verdeutlicht wurde.

  BRAF_6_03 Doch wie muss man sich im Ernstfall verhalten, wenn nachts um drei Uhr der Alarm ertönt. „Es geht um Zeit, gerechnet in Minuten und Sekunden! Sie brauchen deshalb einen Plan innerhalb der Familie, wer was macht und mitnimmt, wo man sich im Freien trifft.“ Nees zeigte in diesem Zusammenhang nochmals die Sinnhaftigkeit einer zentralen, mit einem Handgriff erreichbaren Dokumentensammlung auf, eventuell sogar in einer feuer- und wasserdichten Dokumentenkassette. „Schon für dreißig Euro ersparen Sie sich einen Haufen Ärger mit der Wiederbeschaffung Ihres Lebens auf Papier.“

 

Obwohl die geplante Zeit für den Vortrag schon längst überschritten war, schauten alle Teilnehmer noch interessiert den abschließenden, zusammenfassenden Film „Wie entkomme ich lebend?“. Zwar brennen die dort gezeigten amerikanischen Holzhäuser etwas schneller ab, „doch unsere moderne, gern als nachhaltig titulierte Öko-Bauweise führt uns in Deutschland immer mehr dorthin!“



Von: Jan Nees

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