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"Ungebremst Schlemmen und Schmausen geht dann nicht!"

Zum zweiten Mal lud die Freiwillige Feuerwehr Rüsselsheim-Stadt zum "Brandaktuellen Frühstück" in die Feuerwache ein. Thema dieser Ausgabe: Vorsorge für den Katastrophenfall. Dem Aufruf in der Presse und über eigens verteilte Handzettel folgten knapp zwanzig Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürger und fanden sich so am Sonntag, dem 31. Oktober im Lehrsaal der Feuerwehr ein.

BRAF_31102010_2.jpg Nach einem  guten und ausgiebigen Sonntagsfrühstück, welches unsere Küchenmannschaft in Buffetform im Vorraum vorbereitet hatte, startete pünktlich um 10:30 Uhr der Vortrag von Jan Nees. BRAF_31102010_3.jpg

Zunächst verdeutlichte er anhand einiger Beispiele für Katastrophen in Deutschland der jüngeren Vergangenheit, dass solche Ereignisse auch jederzeit bei uns auftreten können. Es folgte ein kurzer Abriss über den Aufbau und die Organisation des hiesigen Katastrophenschutzes sowie die wichtigsten rechtlichen Bestimmungen wie z.B. den Begriff der Katastrophe im Verständnis des Gesetzes, "denn in Deutschland legt nicht die Boulevardpresse fest, ob ein Unglücksfall gleich eine Katastrophe ist", so Nees.
Hier wurde den Teilnehmern nun deutlich, dass private Vorsorge unerlässlich ist, denn dieses Hilfeleistungssystem hat, auch wenn es das Beste der Welt ist, seine Grenzen. Insbesondere in der Anfangsphase, wenn die regionalen Einheiten mit der Bekämpfung der unmittelbarsten Gefahr beschäftigt sind, kann sich niemand ausgiebig um die Grundversorgung der Bevölkerung kümmern. Und dieser Zustand kann durchaus mehrere Tage andauern; insbesondere dann, wenn die Hilfskräfte selbst zu "Opfern" werden (z.B. durch Treibstoffmangel).
Drei mögliche Fälle, nämlich das Schlüsselszenario Stromausfall (über mehrere Tage), das Hochwasser, und sogenannte CBRN-Lagen (chemische, biologische, radiologische oder nukleare Lagen) wurden im Anschluss mit den Teilnehmern besprochen. Im Vordergrund standen hierbei die Auswirkungen der Schadenslagen auf den
BRAF_31102010_4.jpg Einzelnen, die Gefahrenerkennung und die dabei empfohlenen Eigenschutzmaßnahmen. Da diese Katastrophenfälle im Rhein-Main-Gebiet durchaus vorstellbar wären, wählte sie Nees als "Gedankenspiel". "Allein ein Stromausfall über mehr als zwei Wochen hinweg, alleinstehend oder als Folge eines anderen Schadenbildes, versetzt uns zurück in die Steinzeit", womit Nees die Abhängigkeit unserer modernen Gesellschaft von so genannter "Kritischer Infrastruktur" unterstrich. "Ohne Strom geht bei mir zu Hause kein einziges Gerät mehr", so stellte ein Teilnehmer treffend fest. "Und wenn eines dieser Geräte ein lebensnotwendiges, weil medizinisches ist, was dann...?" ergänzte ein anderer.

Nachdem bei den Gästen endgültig die Notwendigkeit zur Selbstvorsorge angekommen war, gab der Feuerwehrmann nun allgemeine Tipps zur "Überlebensstrategie". Wichtigstes Utensil ist zweifelsohne ein batteriebetriebenes Kofferradio mit ausreichend Ersatzbatterien. "Ohne aktuelle Informationen, weil sie ohne Fernseher und Telefon sind, werden sie ganz schnell zu Hause sitzen und nervös werden!" Weitere Hinweise zu den Themen Trinkwasserbevorratung, Hausapotheke, Dokumentensicherung, Lebensmittelbevorratung, Notgepäck sowie Koch- und Heizmöglichkeiten folgten. "Auch Erste-Hilfe-Fähigkeiten sind ungemein wichtig, denn im Notfall kommt der Rettungsdienst nicht so schnell, wie gewohnt! Ich werde hier mit Ihnen jedoch keinen Erste-Hilfe-Lehrgang veranstalten... dafür wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an unsere befreundeten Hilfsorganisationen!"
Erstaunt zeigten sich die Zuhörer abschließend darüber, dass gar nicht viel Geld für Selbstvorsorge investiert werden muss. Einweggeschirr, Taschenlampe, Medikamente, KfZ-Verbandkasten u.s.w. sind in vielen Haushalten bereits vorhanden. Wie man üblicherweise auch seine Lebensmittelvorräte durchdacht sortiert, so verhält es sich ebenfalls mit diesen Utensilien für den Katastrophenfall. "Ich habe noch ein altes Fondue-Set mit Spiritusbrenner und Brennmittel auf dem Dachboden", so eine Teilnehmerin. "Das ist vollkommen ausreichend, um sich eine Dose Ravioli warm zu machen oder Trinkwasser abzukochen", antwortete Nees. "Trotz aller Lebensgewohnheiten und Vorräte müssen Sie sich aber immer eines im Hinterkopf behalten: Ungebremst Schlemmen und Schmausen geht in einer solchen Situation nicht mehr... denn dann geht es rein um Ihr Überleben!" BRAF_31102010_1.jpg

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch beim
"Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe".

Details zur Veranstaltung aus der Presse finden sie hier:



Von: Jan Nees

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