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"Feuer ist schwarz!"

Erstmalig luden die Freiwillige Feuerwehr Rüsselsheim-Stadt und das Amt für Brandschutz Rüsselsheim zum "Brandaktuellen Frühstück" in die Feuerwache am Rugbyring am Sonntag, dem 11. April 2010 ein. 30 Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürger folgten diesem Aufruf in der Presse oder wurden von Freunden und Bekannten darauf aufmerksam gemacht.

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Zunächst konnten sich die Gäste einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück widmen. Im Aufenthaltsraum der Freiwilligen Feuerwehr stand ein Frühstückbuffet bereit, welches mit Deftigem wie Speck und Ei bis hin zu Gesundheitsbewusstem wie Müsli und Quark sowie frischem Obst jeden Geschmack getroffen haben dürfte.

 

Nach einer kurzen Begrüßung durch Wehrführer Günther Hansel starteten um 10:30Uhr die beiden Mitarbeiter der Abteilung "Vorbeugender Brandschutz" Roland Dörre und Manfred Eichhorn ihren interaktiven Vortrag.

 

 

Zusammen mit den Zuhörern wurden nochmals die einzelnen Voraussetzungen erarbeitet die gegeben sein müssen, damit es zu einem Feuer kommt. "Wenn alle diese Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind können Sie jedoch mit einhundertprozentiger Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es zu einem Brand kommt", so Dörre, während er diese These mit zahlreichen Chemieversuchen auf seine persönliche Art und Weise unterstrich. Nachdem somit das für diese Veranstaltung nötige Physik- und Chemieschulwissen hervorgekramt war ging es darum, im eigenen Haushalt oder auf der Arbeitsstelle Brandgefahren zu erkennen bzw. zu vermeiden. Unachtsamkeit, Leichtsinn und Nachlässigkeit zählen nach wie vor zu den häufigsten Brandursachen. Hier stand deswegen die Sensibilisierung der Anwesenden für ein gesundes Gefahrenempfinden im Mittelpunkt. Unsere beiden Referenten konnten dafür nämlich auf ein schier nicht enden wollendes Potential an Praxisbeispielen zurückgreifen, um die krassen Folgen solchen Fehlverhaltens vor Augen zu führen.

 

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Manfred Eichhorns Aufgabe war es nun den Teilnehmern deutlich zu machen, was man im Brandfall zu erwarten hat und wie man seine Flucht vorbereitet, um wenigstens noch lebend einem solchen Szenario entrinnen zu können. "Feuer ist schwarz!", so seine einleitenden Worte.

Das Fernsehen nämlich gaukelt einem immer wieder vor, dass Sicht, Temperatur und Atemluft noch einigermaßen gut genug wären, um ohne größere Probleme durch verrauchte Räume laufen und durch Flammenwände springen zu können. Erstaunt zeigten sich die Zuhörer vor allem über die Kürze der Zeit die einem bleibt, bis ein Entkommen aussichtslos geworden ist.

Eine kurze Videosequenz, in der eine auf einem Fernsehsessel liegen gelassene Zigarettenkippe zu einem absolut tödlichen Zimmerbrand führte, sorgte bei allen Anwesenden für einen großen Aha-Effekt, denn diese Echtzeitaufnahme dauerte nicht länger als ein gewöhnlicher Toilettengang. "Jede Sekunde, die Ihnen dieses kleine, weiße Gerät an Ihrer Zimmerdecke zusätzlich gibt, kann hier entscheidend sein!", womit die Überleitung zum Lebensretter Nummer eins erfolgte.

Doch erst einmal kam "Die Maus" zum Einsatz, denn "es wurden für den heutigen Tag keine Kosten und Mühen gescheut, um Ihnen wenigsten einmal einen kompetenten Experten zu präsentieren", so Eichhorn selbstironisch. Daher erklärte der kleine Lach- und Sachgeschichten-Nager des WDR zunächst anschaulich Aufbau und Funktionsprinzip eines gewöhnlichen Heimrauchmelders, und wie er dann durch die Produktzertifizierungsstelle geprüft und zugelassen wird. "Wo bringe ich Rauchmelder am besten an?", "Wie viele Geräte benötigt ein Einfamilienhaus?", "Welches Melderfunktionsprinzip ist im Privathaushalt richtig?" – diese und weitere Fragen kamen im Anschluss aus allen Ecken des Raumes. So wurde zunächst einmal erklärt, was beim Kauf zu beachten ist und welche Leistungsmerkmale zu welchem Einsatzzweck passen.

Anschließend erarbeitete das Auditorium zusammen mit den Referenten eine Minimal- bzw. Maximalausstattung für verschiedene Wohnbereiche und Gebäudeformen. Sofern es möglich war, wurde hierbei auch auf die örtlichen Gegebenheiten in den Wohnungen der Zuhörer eingegangen. "Zur Not schauen wir gerne mal bei Ihnen zu Hause vorbei und beraten Sie dort", beendete Eichhorn sein hintergründiges Entertainment.

 

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Nach Beendigung der über zwei Stunden dauernden Präsentation ergriff Mitorganisator Jan Nees nochmals kurz das Wort, um die Notwendigkeit einer schlagkräftigen Freiwilligen Feuerwehr hier in Rüsselsheim hervorzuheben. "Es muss ja auch jemand kommen, wenn´ s bei Ihnen brennt!" Und für diese Schlagkraft sorgt auch der Feuerwehrverein mit seinem Wirken.

Als Mitveranstalter konnte dieser vier neue fördernde Mitglieder unter den Zuhörern gewinnen, welche als Dankeschön im Nachhinein zum Frühstück eingeladen wurden. Generell gab es von den Gästen nur positive Rückmeldungen verbunden mit dem vielfachen Wunsch, diese Veranstaltungsreihe mit weiteren Themen auszubauen und fortzuführen.

 

Seine Hoffnung, dass das heute Erlernte auch schnell in die Tat umgesetzt wird, brachte Nees mit seinen abschließenden Worten zum Ausdruck: "Dann sehen wir uns ja alle morgen im Baumarkt wieder!?"

 

 


Pressestimmen:

http://www.echo-online.de/suedhessen/ruesselsheim/Brandaktuelle-Infos-zum-Fruehstueck;art1232,805002

http://www.main-spitze.de/region/ruesselsheim/8740487.htm



Von: Jan Nees

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