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Silvester: Hoffentlich KEINE arbeitsreiche Nacht für die Feuerwehr

Feuerwerk Die Feuerwehren geben Tipps für ein sicheres Silvester: Brennende Balkone, Wohnungen oder gar Häuser, Rettungsdiensteinsätze und witterungsbedingte Unfälle: Den 1,3 Millionen Feuerwehrangehörigen in Deutschland steht zu Silvester die arbeitsreichste Nacht des Jahres bevor...

 

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„Den Großteil der Einsätze in dieser Nacht machen Brände aus", berichtet Ralf Ackermann, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV). Zumeist seien diese durch unachtsamen Umgang mit Feuerwerkskörpern verursacht.

 

Nicht geprüfte Knallkörper, illegal eingeführt oder auch selbst gebastelt, stellen eine besondere Gefahr dar. „Vor allem Minderjährige sind von Feuerwerkskörpern fasziniert. Erwachsene sollten daher mit ihren Kindern über die Gefahren reden. Wer umsichtig und verantwortungsvoll mit Böllern umgeht, kann als Vorbild so manche schwere Verletzung verhindern", erklärt Ackermann.

 

Tipps für eine sichere Silvesterfeier:

  1. Feuerwerkskörper und Raketen sind "Sprengstoff". Lassen Sie Jugendliche unter 18 Jahren nur unter Aufsicht damit hantieren.
    Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre dürfen nur Feuerwerkskörper der Klasse I kaufen und unter Aufsicht abbrennen, Feuerwerk der Klasse II darf ausschließlich von Erwachsenen erworben und verwendet werden.
    Nur Feuerwerkskörper mit Zulassung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) verwenden, "Schwarzmarkt-Ware" kann unberechenbar heftig explodieren!

  2. Beachten Sie unbedingt die Gebrauchshinweise der Hersteller. Bereits am Silvester-Nachmittag die Gebrauchsanweisungen für das Feuerwerk in Ruhe und mit klarem Verstand lesen!
    "Kanonenschläge" oder andere laute Knallkörper so zünden, dass Menschen oder Tieren nicht gefährdet werden (Gefahr von Verbrennungen und/oder irreversiblen Gehörschäden!)
    Mit wenigen Ausnahmen ist eine Verwendung von Feuerwerk in geschlossenen Räumen verboten.

  3. Nehmen Sie nach dem Anzünden sofort einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein. Werfen Sie Feuerwerkskörper und Raketen nicht blindlings weg und zielen Sie niemals auf Menschen oder Tiere.

  4. Zünden Sie nicht gezündete Feuerwerkskörper (Blindgänger) niemals noch einmal an, bitte unbedingt liegenlassen! Sie sind unberechenbar und könnten später (doch noch) explodieren.

  5. Stellen Sie auf keinen Fall Feuerwerkskörper selbst her. Bewahren Sie Feuerwerkskörper so auf, dass keine Selbstentzündung möglich ist. Tragen Sie Feuerwerk niemals am Körper, etwa in Jacken- oder Hosentaschen und halten sie beim Hantieren mit Feuerwerk nie den gesamten Vorrat in einer Tüte oder einem Karton bereit.
    Geschosse aus Signal- oder Schreckschusswaffen sind unberechenbar, haben nichts mit Silvester zu tun und sind für diese Zwecke nicht zugelassen.

  6. Schützen Sie Ihre Wohnung in der Silvesternacht vor Brandgefahren. Entfernen Sie Möbel, Hausrat und andere brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen und halten Sie Fenster und Türen geschlossen.

  7. Halten Sie die örtlich vorgeschriebenen Abstände zu Reetdachhäusern ein.

  8. Wählen Sie bei einem Brand oder Unfall sofort den Notruf 112. Nur eine schnelle Meldung bietet Gewähr für effektive Hilfe.

 

Weitere Informationen finden Sie in diesen kurzen Filmbeiträgen:

 

 


 

 

„Gefährlich ist die Kombination von Alkohol, Feuerwerkskörpern und Unachtsamkeit", warnt Hermann Schreck, Vizepräsident des DFV. Er appelliert an alle Organisatoren und Gäste von Feiern, durch umsichtiges Verhalten Unfälle zu vermeiden. „Denken Sie bereits beim Schmücken der Räume an das Freihalten der Fluchtwege und schwer entflammbare Dekoration", rät der Experte. Beim Jahreswechsel kommt es vor allem in engen Partykellern, voll gestellten Gartenlauben oder normalerweise anderweitig genutzten Hallen zu zahlreichen Bränden durch leicht entflammbare Dekorationsartikel. Zudem verzeichneten die Rettungsdienste viele Einsätze durch in der Enge gezündetes Tischfeuerwerk oder Knallkörper, die in Personengruppen explodieren.


„Ausgelassenheit durch Alkoholkonsum fördert die Unachtsamkeit - schnell werden dann Wunderkerzen im trockenen Weihnachtsbaum entzündet oder Heizstrahler mit Jacken bedeckt", erklärt er. Kombiniert mit der Enge und fehlenden Fluchtwegen in Privaträumen, die nicht für große Feiern ausgelegt sind, kann
dies auch zur Panik im Brandfall führen. Auch im Straßenraum lauern laut Schreck Gefahren für Feiernde: „Viele Unfälle entstehen beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern - insbesondere dann, wenn diese unsachgemäß gezündet werden." Der DFV-Vizepräsident bittet Autofahrer wie Fußgänger um erhöhte Aufmerksamkeit in der Silvesternacht.

 

Die rechtliche Seite

Den Umgang mit explosiven Stoffen und Feuerwerkskörpern regeln das Sprengstoffgesetz und die zugehörigen Verordnungen. In Paragraf 23 der "Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz" ist geregelt, dass pyrotechnische Gegenstände der Kategorie II (das typische Silvesterfeuerwerk) ohne vorherige Erlaubnis nur am 31. Dezember und am 1. Januar und nur von Personen über 18 Jahre abgebrannt werden dürfen. Außerhalb dieser beiden Tage dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie II nur von Personen abgebrannt werden, die eine entsprechende Erlaubnis nach den Paragrafen 7, 20 oder 27 der Ersten Sprengstoffverordnung besitzen. Ein Verstoß gegen diese Vorschriften wird als Ordnungswidrigkeit eingestuft und kann nach Paragraf 41 Sprengstoffgesetz je nach Schwere mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Wer vorsätzlich Leben oder Gesundheit eines anderen oder fremde Sachwerte gefährdet, begeht eine Straftat und kann nach Paragraf 42 SprengG mit bis zu einem Jahr Haft oder mit Geldstrafe bestraft werden. Zudem wird in einschlägigen Foren im Internet gewarnt, dass im Fall des unerlaubten Abbrennens von Raketen keine Versicherung für entstandene Schäden aufkomme. Wer unerlaubt Feuerwerkskörper abbrennt, spielt also womöglich im wahrsten Sinn des Wortes mit dem Feuer.

 

Die Freiwillige Feuerwehr Rüsselsheim-Stadt wünschen den Menschen in Deutschland einen geruhsamen Jahreswechsel.

 

Text: DFV, Feuerwehr Berlin, Soester Anzeiger
Bilder: http://www.anywhy.de / A. Ney


Von: Henrik Luijendijk

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