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Ein ganz normaler Übungsabend

Die Feuerwehrleute der 'Freiwilligen Feuerwehr Rüsselsheim-Stadt' (kurz FFR) treffen sich zum regelmäßigen Übungsabend jeden Mittwoch um 18:30 Uhr in der Feuerwache am Rugbyring, um für den Ernstfall zu trainieren. Nach einer kurzen Besprechung mit der Mannschaft über Neuerungen und allgemeine Themen wird jeder Teilnehmer des Übungsabends einem Fahrzeug zugeteilt, welches im Alarmfall zu besetzen ist.Dann heißt es Fahrzeugübernahme: Das zugeteilte Fahrzeug wird übernommen, d. h., alle Geräte werden überprüft und es wird geschaut, ob noch alle Gerätschaften da untergebracht sind, wo sie hingehören. Schließlich sollte man im Einsatz umgehend wissen, wo was auf dem Fahrzeug verladen ist und wie es zu bedienen ist. Meist wird die Übernahme auch mit einer kleinen Übung kombiniert. Nach der Übernahme ist - je nach dem ob Theorie oder Praxis auf dem Ausbildungsplan steht - antreten im Hof oder Lehrsaal angesagt.

 

Trupps bei der Übung mit CSA

An diesem Mittwoch (14.09.2011) trafen sich die am Dienst teilnehmenden Frauen und Männer im Hof der Wache. Auf dem Plan stand eine Übung mit dem Chemikalienschutzanzug (kurz CSA, weiter Infos bei Wikipedia), welche eine jährliche Pflichtübung für träger dieses "Gummianzuges" ist. Für die Teilnehmer, welche nicht im CSA an der Übung teilnahmen, stand Unterstützen der CSA-Träger auf dem Plan, dies heißt, beim An- und Ausziehen und während der Übung zu helfen - auch das will gelernt sein und ist im Einsatz enorm wichtig.

 

Station 1: Ausrüsten der Trupps

Gemeinsam wurden in aller Ruhe und Schritt für Schritt die Anzüge angelegt, dabei wurde vom Ausbilder - Zugführer Thorsten Fels an diesem Mittwoch - jeder Schritt erklärt und vorgemacht. Als dann die drei Trupps (ein Trupp sind zwei Personen) mit Atemschutz und Anzug einsatzbereit waren, ging es zu der schweißtreibenden Übung. Damit im Einsatz alles schnell aber 100%ig korrekt funktioniert, ist Teamwork zwischen CSA-Träger und Anziehhelfer gefordert.

 

Trupp tauscht Dichtung unter CSA

 

Station 2: Turm laufen

Annahme ist hier der Hin- und Rückweg zur und von der Einsatzstelle, der im Ernstfall zurückgelegt werden muss. Um eine entsprechende Belastung zu simulieren, muss der Trupp einmal auf den Schlauchturm und wieder runter. Fitness und Ausdauer werden hier gefordert.

 

Station 3: Dichtung austauschen

Annahme ist hier, dass an der Einsatzstelle ein Gefahrstoff durch eine defekte Dichtung austritt. Daher muss der Trupp - unter Austritt von Flüssigkeit unter Druck - mit nicht Funken reisendem Werkzeug eine Dichtung austauschen. Hierzu hat die FFR eine speziell angefertigte Simulationsanlage mit Schiebern und Wasseranschluss. Kommunikation und Teamwork werden hier gefordert.

 

 

Trupp hebt schrauben mit CSA auf

Station 4: Fingerfertigkeit

Annahme ist hier, dass verschiedene Gegenstände - ob Werkzeug und Material für den Einsatz oder auch kontaminierte Sachen des Unfalls - vom Boden aufgehoben werden müssen. Der Anzug selbst hat Gummihandschuhe, unter denen noch Baumwollhandschuhe getragen werden, somit handelt es sich um eine sehr diffizile Aufgabe, die gemeinsam gelöst werden muss. Dabei ist das Knien im Gefahrstoff natürlich tabu, was eine gute Balance - mit Anzug und Atemschutz - und ein wenig Beweglichkeit voraussetzt. Fingerfertigkeit, Teamwork und Fitness werden hier gefordert.

 

Station 5: Ablegen des Anzuges

Nach dem Einsatz würde nun eine Dekontamination der eingesetzten Kräfte anstehen. In der Übung wurde lediglich eine Dekontamination angenommen, denn dies ist eine eigene Unterrichtseinheit. Zu guter letzt wurde nun das Ausziehen der Anzüge erklärt. Dabei lernen die Helfer, wie der CSA so ausgezogen wird, dass eine Kontamination mit eventuellen Rückständen auf dem CSA vom Helfer selbst, aber auch vom träger des Anzugs, ausgeschlossen wird. Hier ist eine gute Kontamination zwischen Anzugträger und Helfer gefordert.Nach einer anschließenden Besprechung über den Übungsablauf wurden die CSA und die Atemschutzgeräte in die jeweiligen Werkstätten gebracht. Dann hieß es: Ab unter die Dusche und regenerieren für die CSA-Träger und aufräumen des Hofes für die Helfer.

 

Gegen 21:30 Uhr ist dann im Normalfall der Übungsabend beendet. Bis 22 Uhr ist noch Bereitschaftsdienst für die Anwesenden und wer möchte, kann etwas essen.

 

Text: H. Luijendijk / Bilder: J. Weinand



Von: Henrik Luijendijk

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