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Ein Großbetrieb auf Ehrenamt gebaut

Die Freiwillige Feuerwehr in Rüsselsheim

 

Struktur der Einsatzabteilungen ist eng an die Erfordernisse der Stadt und der Zeit angepasst

 

Bericht aus dem Rüsselsheimer Echo: An jedem Tag im Jahr sind sie rund um die Uhr einsatzbereit: Irgendwie passt es da, dass die Freiwillige Feuerwehr Rüsselsheim insgesamt 365 aktive Mitglieder hat. Wenn Thomas Meudt, Leiter der Feuerwehr, diese beeindruckende Zahl nennt, dann fasst er damit alle Feuerwehrleute zusammen – vom Nachwuchs in der Jugendfeuerwehr über die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Einsatzkräfte bis zur Alters- und Ehrenabteilung. „Eine Freiwillige Feuerwehr baut eben auch auf dem Zusammenhalt der Generationen auf“, betont Meudt die wichtige Rolle dieser Struktur.

 

Es gibt viel zu tun für die Feuerwehr in der Opelstadt: Im vergangenen Jahr rückte die Feuerwehr zu insgesamt 710 Einsätzen aus – das ist mehr als ein Prozent aller Feuerwehreinsätze im ganzen Bundesland und mehr als 37 Prozent der Einsätze im Kreisgebiet. Vom klassischen Gebäudebrand reichen die Szenarien über die technische Hilfeleistung nach Unfällen bis zu Gefahrguteinsätzen.

 

Wenn die Brandschützer aus ihrem Alltag erzählen wird schnell deutlich: Die Stadt Rüsselsheim braucht eine schlagkräftige, moderne Feuerwehr. Faktoren sind hier zum Beispiel die Infrastruktur eines Mittelzentrums mit Klinik, Hochschule und Theater, eine ganze Reihe von Gewerbebetrieben und das eng geflochtene Netz der Verkehrswege samt Autobahnen, Bahn und der Bundeswasserstraße Main. Außerdem ist die Feuerwehr zuständig für den vorbeugenden Brandschutz und engagiert sich in der Brandschutzerziehung. Aus diesen Fakten und aus der Zahl von rund 60 000 Einwohnern ergibt sich das spezifische, hohe Anforderungsprofil für Brandschutz und Hilfeleistungen in Rüsselsheim.

 

Insgesamt 236 Feuerwehrmänner und 22 Feuerwehrfrauen stehen in den Einsatzabteilungen der vier Standorte in Rüsselsheim, Königstädten, Haßloch und Bauschheim bereit, wenn die Leitstelle über Funkmeldeempfänger alarmiert. Unter diesen 258 Brandschützern sind 35 hauptamtlich beschäftigte Feuerwehrbeamte, die im Schichtdienst rund um die Uhr die 1992 eingeweihte Feuerwache am Rugbyring besetzen. Diese Organisationsform, die nicht mit einer Berufsfeuerwehr verwechselt werden darf, gibt es in hessischen Sonderstatusstädten, aber auch in anderen Bundesländern.

 

HLF, Copyright Peter Thomas

Foto: Peter Thomas, Rüsselsheimer Echo

 

In Rüsselsheim ist die Präsenz der hauptamtlichen Kräfte insbesondere am Tag wichtig, um die vorgeschriebenen Zeiten vom Alarm bis zum Eintreffen am Einsatzort einzuhalten. Denn während ihrer Arbeitszeit brauchten viele ehrenamtliche Brandschützer einfach zu lange, um zur Wache oder zum Gerätehaus zu kommen. So spiegelt sich der gesellschaftliche Wandel auch in der Feuerwehr: Einst arbeiteten die meisten Menschen in ihrem Wohnort und Feuerwehrleute waren bei Alarm schnell einsatzbereit – und sei es mit dem Fahrrad gewesen. Wer heute beispielsweise seinen Schreibtisch in Frankfurt stehen hat oder auf dem Flughafen arbeitet, der wäre selbst mit dem Auto nicht schnell genug.

Neben der Wache, dem Standort 1, gibt es die Gerätehäuser in Königstädten (Standort 2, der Neubau am Ortsrand ist im Jahr 2003 eingeweiht worden), Haßloch (Standort 3, der Bau aus dem Jahr 1970 wurde 1980 und 1998 erweitert) sowie Bauschheim (Standort 4, das neue Gerätehaus in der Brunnenstraße wird noch in diesem Jahr eingeweiht werden).Zum echten Großbetrieb auf dem Fundament ehrenamtlicher Arbeit wird die Feuerwehr aber auch durch die vorgehaltene Technik: An den vier Standorten gibt es zusammen 14 Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen, 19 Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, zehn Abrollbehälter, drei einachsige Anhänger und ein Rettungsboot.

 

Von dieser Ausrüstung, insbesondere von Spezialfahrzeugen und besonderer Technik, profitieren auch Feuerwehren im Umkreis der Stadt, die Rüsselsheim bei Bedarf unterstützt. Denn so, wie der Brandschutz in Rüsselsheim von den neu gegründeten Kinderfeuerwehren für die Jüngsten bis zu den Alters- und Ehrenabteilungen eine Aufgabe für mehrere Generationen ist, so arbeiten auch die verschiedenen Wehren der Region zusammen: Im Einsatz ebenso wie bei Aus- und Weiterbildungen, sagt Thomas Meudt.

 

Quelle: Rüsselsheimer Echo

 



Von: Henrik Luijendijk

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