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"Achten Sie beim Kauf auf Qualität!"

20 Gäste hören Vortrag "Rauchmelder: Pflicht oder Kür?"

 

Zum dritten Mal lud die Freiwillige Feuerwehr Rüsselsheim-Stadt in die Feuerwache ein. Am Sonntag, den 10. April 2011, folgten 20 Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürger dem Aufruf zum "Brandaktuellen Frühstück" und wurden nach einem reichhaltigen Sonntagsbrunch über Rauchmelder in den eigenen vier Wänden informiert.

 

BRAF3 tisch

 

Das Thema wurde bereits zum zweiten Mal angeboten, da weiterhin große Nachfrage zu dem Thema bestanden hat. Vielen Bürgern - ob als Mieter, Vermieter oder Eigenheimbesitzer - ist nämlich nicht bewusst, dass neben der generellen Sinnhaftigkeit die Installation von Rauchwarnmeldern bald zur Pflicht wird. So ging Jan Nees als Referent zuerst auf die aktuelle Baurechtslage in Hessen ein. Deren Umsetzung in mietrechtlicher Hinsicht, bzw. die Forderungen an die Eigenheimbesitzer, wurden hierbei erörtert.

 

Anschließend ging es in die Technik. Nees stellte die verschiedenen Meldertypen für Brandrauch, Flammen, Wärme und Gase vor und gab Beispiele für deren jeweiligen Einsatzzweck. Es kristallisierte sich jedoch heraus, dass der klassische fotoelektrische Rauchwarnmelder das Nonplusultra im Privathaushalt ist. Weitere wichtige Unterscheidungsmerkmale wie z. B. die Art der Stromversorgung oder die Vernetzbarkeit mehrerer Rauchgasdetektoren, besprach er mit den Anwesenden. Viele Fragen stellten diese natürlich, als es darum ging, welches System nun für welche Anwendung geeignet sei. "In einem Einfamilienhaus sind batteriebetriebene Funkrauchmelder die optimale Lösung zur Nachrüstung in Bestandsbauten", so Nees. "Generell muss ich aber sagen: Achten Sie beim Kauf auf Qualität!", womit er die Überleitung zu seinen Einkaufstipps vollzog.

 

Was ein Rauchmelder alles können muss, wie er geprüft wird und wie ein verlässliches und aussagekräftiges Prüfsiegel auf der Verpackung auszusehen hat, stellte er ebenso dar, wie mögliche Fehlerquellen bei Falschalarmen guter Produkte bzw. die generellen Macken der Billigfabrikate.

 

BRAF 3 JAN

 

Fehlerquellen liegen aber auch in der falschen Platzierung durch den Nutzer. Auf Grundlage der Anwendungsnorm DIN 14676 und der landläufigen Erfahrungen der Feuerwehren stellte Nees in einem weiteren Abschnitt seines Vortrages Einbauorte in verschiedenen Wohnungs- und Häusermodellen vor. Ein Konzept zu haben ist aber das Entscheidende: "Wenn Sie planlos Rauchmelder in Ihrer Wohnung an die Decke schrauben, hilft Ihnen das nichts. Schlimmstenfalls teilen Ihnen diese per Auslösealarm lediglich mit, dass Sie in der Mausefalle sitzen!"

 

Deshalb gab Nees den Zuhörern eine Liste mit Fragen an die Hand, welche bei der Erstellung eines Rauchmelderkonzepts für die eigenen vier Wände berücksichtigt werden sollte. Grundsätzlich muss der Fluchtweg von jedem Schlafzimmer bis zu einem sicheren Ausgang über Rauchdetektoren abgesichert sein, so die zusammenfassende Meinung der Experten.

 

BRAF 3 Vortrag

 

Nicht desto trotz muss die Flucht der Familie geplant sein: "Sie haben jetzt zwar Rauchmelder installiert, aber wie verhalten Sie sich denn nun, wenn Sie nachts um 3 Uhr vom Alarm geweckt werden?" Im letzten Teil seines über zweistündigen Vortrages trug Jan Nees deshalb noch Tipps an die Anwesenden heran, um ihnen ein sicheres Entkommen aus ihrer brennenden Wohnung zu ermöglichen. Ein abschliessender Film verdeutlichte nochmals, dass man sich darüber im Vorfeld innerhalb der Familie Gedanken machen und besprechen muss, wer was wann tut. "Dieses kleine weiße Ding an Ihrer Zimmerdecke ist, einfach ausgedrückt, dazu da, Ihnen Zeit zu schenken. Es ist an Ihnen, diese kostbare Zeit sinnvoll zu nutzen!"


Von: Maik Roth

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